Eine top Lage, blitzblanke Zimmer und ein herzlicher Service: Dies waren bisher die wichtigsten Anforderungen von Hotelgästen an ihre Unterkunft.

In Zeiten allerdings, in denen eine Milliarde Menschen weltweit und über 15 Millionen in Deutschland die Social-Media-Plattform Instagram nutzen, ist vor allem für jüngere Gäste mittlerweile noch eine vierte Komponente besonders wichtig: die „Instagrammability“. Mit dem zungenbrecherischen Begriff ist die Fotogenität eines Hotels gemeint. Denn neben den Themen #Fashion und #Food ist auch #Travel auf dem fotobasierten Netzwerk ganz vorne mit dabei. Die Beispiele und ungewöhnlichen Maßnahmen einiger Hotels zeigen, welches Potential auch sie der Plattform zuschreiben.

Instagram für die Hotellerie

Instrammability

Die instagramtaugliche Gestaltung ist also zu einem wesentlichen Bestandteil der Strategie vieler Hotels mutiert. Aus gutem Grund: Der Versicherer Schofields Insurance fand in einer Umfrage unter jungen Briten im Alter zwischen 18 und 33 Jahren heraus, dass für 40% die „Instagrammability“ ihres Reiseziels eine bedeutende Rolle bei der Wahl spiele.*

Was aber macht ein Hotel „instagrammable“?

An vorderster Front steht dabei der Infinity Pool, in dessen Hintergrund sich bestenfalls noch ein majestätischer Berg erhebt oder aber der weite Ozean hohe Wellen schlägt. Das perfekte Erfolgsbeispiel liefert das Hotel Villa Honegg in der Schweiz. Auf 17.600 eigene Hashtags (#villahonegg) kommt das Luxushotel mittlerweile – dank der Popularität seines Infinity Pools, der tausendfach von Gästen auf Instagram gepostet wurde und damit eine Besucherwelle auslöste. Das Spa ist deshalb immer schon ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht. Und das, obwohl das Hotel schon seit 2011 kein Geld mehr für Werbung ausgibt. Neugierig geworden? Hier findet man den ganzen Artikel von Forbes.

Wer nicht mit dem Infinity Pool vor einem Bergpanorama dienen kann, greift eben auf andere Erfolgsgaranten zurück:

  • Knallige Farbauswahl bei der Zimmergestaltung
  • Zahlreiche Pflanzen in den Räumen – allen voran Sukkulenten
  • Badewannen oder kuschelige Kingsize-Betten vor Panoramafenstern
  • Street Art in der Lobby
  • Avocado Toast, Matcha Latte und Acai Bowls am Frühstücksbuffet
  • Fancy Fahrräder für die Gäste zum Leihen
  • Eine hippe Rooftop-Bar

Noch mehr Inspiration gibt es natürlich auf Instagram selbst.

Instrammability

Influencer

Vor allem für die Hotellerie können Influencer und ihre enorme Reichweite extrem bereichernd sein.

So lädt das Bio-Hotel Stanglwirt in Kitzbühel beispielsweise regelmäßig Influencer ein, die mit ihren bis zu zwei Millionen Followern für eine hohe Bekanntheit sorgen.

Auch die 25hrs-Hotels bezeichnen die Zusammenarbeit mit Influencern mittlerweile als „einen wichtigen Teil der Pressearbeit. Vor allem die Zusammenarbeit mit Reise- und Foodbloggern sei dabei attraktiv, denn sie sprechen am ehesten neue, potenzielle Kunden an.“

Instagram Butler

Die Relevanz von Instagram ist für einige Hoteliers sogar so hoch, dass sie sogenannte Instagram Butler beschäftigen. Ihr Aufgabe? Den Gästen die ewig lange Suche nach dem perfekten Motiv abnehmen, indem sie ihnen bei ihrem Besuch die fotogensten Ecken des Hotels sowie der Umgebung präsentieren. Teilweise wurden dafür sogar Touren auf sogenannten „Instagram-Trails“ angelegt. Sie führen zu den besten Shot-Spots für Sonnenuntergänge, Selfies auf Schaukeln direkt am Meer oder einfach zu erklimmenden Palmen – Tipps zur richtigen, technischen Umsetzung mit dem Smartphone inklusive.

Instagram Sitter

Noch verrückter sind da eigentlich nur noch die Instagram Sitter, die Influencer in Ibis-Hotels in Zürich und Genf buchen können. Unter dem Motto „Relax, we post“ übergeben die Gäste die Betreuung ihrer Accounts an erklärte Profis ab. Diese übernehmen das Posten und kümmern sich auf Wunsch auch um die Kommentare der Follower, damit der Gast endlich auch mal ohne Smartphone seinen Urlaub genießen kann.

Was teilweise ziemlich verrückt klingt, beweist vor allem eines: Instagram ist für die Hotellerie zu einem der wichtigsten Kommunikationskanäle geworden. Zeit also, das Potential für den eigenen Betrieb abzuklopfen und darauf aufbauend eine Strategie auszutüfteln, mit der auch Ihnen die Gäste bald dank ausreichend Instrammability die Hoteltüren einrennen 😉

*Quelle: https://www.sueddeutsche.de/reise/tourismus-und-social-media-schoene-gruesse-aus-dem-instagram-hotel-1.4085748

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