Von Personalentwicklern wird schon seit Jahren auf die enorme Bedeutung einer hohen Mitarbeitermotivation auf den Unternehmenserfolg hingewiesen. Trotzdem fördern Studien immer wieder zu Tage, dass jeder Zweite mit seinem Job unzufrieden ist und nur rund 30 Prozent ihrer Arbeit besonders motiviert nachgehen. Denn viele – auch erfolgreiche – Unternehmen räumen einer gesunden Mitarbeitermotivation bei der internen Zielsetzung nur eine geringe Priorität ein.

Ein schwerwiegender und teurer Fehler, denn dass US-Marktforschungsunternehmen Gallup ermittelte, dass Unternehmen auf diese Weise jährlich bis zu 450 Milliarden US-Dollar entgehen. Sie könnten ihren Erfolg folglich beträchtlich steigern, wenn sie dem Thema mehr Beachtung schenkten und nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Mitarbeitermotivation suchen würden.

Vorteile motivierter Mitarbeiter

Motivierte Angestellte fühlen sich emotional mit ihrem Arbeitgeber viel enger verbunden und setzen sich weitaus engagierter für ihr Unternehmen und dessen Ziele ein. Die positiven Effekte lassen sich deutlich an folgenden Punkten ablesen:

  • Höhere Produktivität:, Steigt die Mitarbeitermotivation, wirkt sich das automatisch auf das Leistungsvermögen und damit den Unternehmenserfolg aus.
  • Geringere Fluktuation: Berechnungen zufolge kosten Kündigungen und Fluktuation Unternehmen jährlich Unsummen. Und die Verluste durch die Kündigung demotivierter Angestellter sind sogar beträchtlich höher. Gallup fand heraus, dass bei motivierten Angestellten die Gefahr eines Jobwechsels in Firmen mit hoher Fluktuation um 25 Prozent sinkt. In Firmen mit niedriger Fluktuation sind dies sogar 65 Prozent.
  • Niedrigere Fehlzeiten: Engagierte Angestellte fühlen sich ihrem Arbeitgeber gegenüber besonders verpflichtet. Der Gallup-Studie zufolge resultiert dies in um 37 Prozent niedrigeren Fehlzeiten.
  • Weniger Arbeitsunfälle: Weiterhin fand Gallup heraus, dass motivierte Mitarbeiter ein um knapp 50 Prozent niedrigeres Risiko haben, einen Arbeitsunfall zu erleiden. Dies liegt hauptsächlich daran, dass es unmotivierten Arbeitskräften häufiger an der nötigen Sorgfalt und Konzentration mangelt, welche diese Unfälle verhindert.

Motivierte Angestellte investieren über die Mindestanforderungen hinaus Zeit und Energie in ihren Beruf. Dazu sind sie bestrebt an der stetigen Optimierung der von ihnen hergestellten oder betreuten Produkte. Auch dies führt zu der Bereitschaft, sich über die Anforderungen hinaus im Unternehmen zu engagieren und den dabei erzielten Team-Erfolg über die eigenen Ziele zu stellen.

Im Gegenzug können besonders demotivierte Beschäftigte, welche durchschnittlich 17,5 Prozent der Arbeitnehmer einer Firma stellen, äußerst negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Allein durch ständige Beschwerden oder Nörgelei übertragen sie ihre schlechte Stimmung auf Kollegen und nach Außen, was dem Ruf einer Firma merklich schadet.

Zwischen den überaus engagierten und den unmotivierten Beschäftigten befinden sich etwa 50 Prozent der Belegschaft, welche in keine der beiden Richtungen tendieren. Diese orientieren sich bevorzugt an eigenen Zielen und sehen keinen besonderen Sinn darin, ihren Einsatz über Gebühr in den Dienst der Firma zu stellen. Mit ihrer meist durchschnittlichen Leistung genügen sie den Anforderungen an ihren Job, erzielen jedoch keine herausragenden Resultate – was sie auch gar nicht wollen.

Motivieren Sie Ihre Belegschaft – aber wie?

Arbeitsmotivation ist nicht gleichbedeutend mit berufsbedingter Zufriedenheit. So mag ein gut bezahlter Beschäftigter durchaus zufrieden mit seinem Job sein, was hauptsächlich an seinem hohen Gehalt liegen kann. Dies ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer hohen emotionalen Verbindung zum Unternehmen und folglich geringerer Kompromissbereitschaft bei auftretenden Problemen. Im Gegenzug ist ein motivierter Angestellter viel eher bereit, während einem schwierigen Geschäftsjahr zugunsten des Unternehmens Abstriche beim Lohn zu machen, da ihm das Wohl der Firma am Herzen liegt und er dafür seine persönlichen Ziele zurücksteckt.

Unternehmen bieten sich diverse Möglichkeiten, die Arbeitsmotivation zu steigern. Ein weit verbreiteter Ansatz definiert folgende sechs Kategorien, auf denen eine gesteigerte Motivation beruht:

  • Hohe Arbeitsqualität: Neben der eigenen Work-Life-Balance fallen hierunter die physischen Rahmenbedingungen des Jobs.
  • Adäquate Arbeitsbelastung: Es ist den Beschäftigten wichtig, den Wert ihrer Arbeit zu erkennen. Dazu gehört, dass jeder seiner Qualifikation entsprechend eingesetzt wird. Eine Überforderung führt schnell zu Frustration, während Unterforderung Langeweile und einen Verlust an Wertschätzung der eigenen Arbeit erzeugt. Dazu müssen den Angestellten ausreichend Ressourcen zu Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung gestellt werden, da sich ansonsten rasch ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Alleingelassen-Seins einstellen kann.
  • Gutes Betriebsklima: Beschäftigten ist ihr direktes Arbeitsumfeld sehr wichtig. Konflikte mit Kollegen oder den Vorgesetzten führen schnell zu Verdruss im Job.
  • Förderung: Sollen Beschäftigte Höchstleistungen erbringen, müssen auch die Voraussetzungen dazu stimmen. Manchmal kann durch Förderungen erreicht werden, dass die Betreffenden ihre Leistung optimal abrufen können. Doch auch das Angebot zur individuellen Fortbildung trägt dazu bei, da sie sich auf diese Weise die Mittel aneignen, mit denen sie das Unternehmen noch produktiver voranbringen können.
  • Belohnungssystem: Ein gutes Gehalt samt attraktiven Zusatzleistungen sind für die Beschäftigten stets interessant, doch auch nicht-finanzielle Anerkennung wie Auszeichnungen oder Lob durch Vorgesetzte stellen einen hohen Anreiz dar.
  • Wertesystem: Es fällt leichter, sich für ein Unternehmen zu motivieren, welches auf vergleichbare Werte baut. Deshalb schauen Beschäftigte sehr genau auf diese Normen und weiche Faktoren wie den Ruf des Unternehmens. Eine effektive Unternehmenskommunikation hilft dabei, den Beschäftigten diese Werte und Ziele erfolgreich zu verdeutlichen.

Für sich und in Kombination stellen die geschilderten Punkte erfolgreiche Hilfsmittel zur Steigerung der Mitarbeitermotivation dar. Natürlich müssen Sie nicht sämtliche Ansätze auf einen Schlag umsetzen. Auch kleine, dafür kontinuierliche Verbesserungen sollten helfen, die Motivation der Beschäftigten in Ihrem Unternehmen zu steigern. Bedenken Sie dabei immer: Jede Steigerung des Motivationsniveaus stärkt die Erfolgsaussichten Ihres Unternehmens.

Denn es ist doch so: Beschäftige möchten, dass ihr Arbeitgeber sie und ihre Arbeit wertschätzt, während dieser von seinen Arbeitnehmern die Erfüllung ihrer Aufgaben erwartet. Eine hohe Mitarbeitermotivation vereint beides auf ideale Weise miteinander. Darüber hinaus sind motivationssteigernde Maßnahmen wie die Förderung und Nutzung der Mitarbeiterqualifikation oder die Sicherstellung guter Beziehungen zwischen Management und Arbeitnehmern generell gut für Ihr Unternehmen. Letztendlich geht es mit Einsatz dieser Hilfsmittel vor allem darum, die vorhandenen Ressourcen der Beschäftigten für ein optimales Unternehmensergebnis zu erschließen.

Kyra Kuik
Kyra Kuik Head of Content
Kyra is Planday's Head of Content. When she's not busy spinning up blog posts or editing, you can find her with a big cup of coffee, running, or admiring the charming pups of Copenhagen.