Im Tagesgeschäft nachhaltig zu arbeiten und zu leben, fällt nicht jedem leicht, zahlt sich aber in vielerlei Hinsicht aus. Und auch wenn im Gastgewerbe das Thema mittlerweile eine wichtige Rolle eingenommen hat, tun sich viele mit der Umsetzung schwer. Was aber nur verständlich ist – Nachhaltigkeit ist ein komplexes Thema, das neben ökologischen auch soziale Aspekte beinhaltet.

Wer indes auf Nachhaltigkeit setzt, schont nicht nur Umwelt und Ressourcen, sondern kann auch Mitarbeiterbindungen stärken, baut die regionale Wirtschaft auf und erhöht die Qualitätswahrnehmung von außen. Wer einen Betrieb führt und dabei nicht nur Geld und Rendite im Kopf hat, beweist, dass Qualität und das richtige Bewusstsein im Hause eine wichtige Rolle spielen. Das spricht sich rum, erhöht den Umsatz und Kunden zahlen dafür auch gerne etwas mehr.

Nachhaltigkeit

Gibt es in Ihrem Hotel Mülltrennung auf den Zimmern? Nutzen Sie Fairtrade-Produkte? Was tun Sie, um Energie zu sparen? Achten Sie in Ihrer Küche auf saisonale und regionale Lebensmittel und versuchen sonst Müll zu vermeiden? Nachhaltiges Management ist ein vielschichtiges Themenfeld und berührt viele Bereiche eines Unternehmens. Da gilt es für jeden Betrieb eine eigene Strategie für die Zukunft zu entwickeln. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einige Initiativen und Plattformen vorstellen, die Ihnen dabei helfen könnten.

Lebensmittelverschwendung ist ein globales Problem, das auch im Gastgewerbe eine immense Rolle spielt. Restaurants, Cafés und Hotels können seit einiger Zeit mit Hilfe von Apps verbleibende Menüs, Croissants und anderes vermitteln und zu einem günstigeren Preis verkaufen. Too Good To Go  und ResQ Club heißen zwei dieser Smartphone-Applikationen, die man hierfür nutzen kann. Das Ganze ist relativ einfach. Wenn man während des Tagesbetriebs merkt, dass von einer Sache etwas übrig bleiben wird, kann man dies inserieren, einen Preis veranschlagen und einen Abholzeitraum angeben. Interessenten können diese Angebote reservieren und holen diese zum angegebenen Zeitpunkt ab. Das Café kann frischen Kuchen vor Ladenschluss noch günstig weiterverkaufen oder das Restaurant stellt ein Überraschungsmenü zusammen, das als Takeaway vor der Küchenreinigung zusammen gestellt wird. Diese Angebote, die auch noch etwas Gutes für die Tageskasse tun können, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wer generell etwas zum Thema Lebensmittelrettung lernen möchte, dem sei die Plattform Zu Gut für die Tonne ans Herz gelegt. Das Projekt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung analysiert die gegenwärtige Lage, zeigt aber auch, welche Schritte notwendig sind, um Lebensmittelverschwendung im eigenen Unternehmen zu vermeiden. Wie wird richtig geplant, eingekauft und gelagert? Außerdem wird jedes Jahr ein Bundespreis ausgelobt, bei dem hervorragende Geschäftsideen, Gastronomien und Ideen für Handel und Bildung prämiert werden.

Nachhaltiges Denken

Interessant ist in diesem Bereich auch die Plattform Greentable. Sie wurde 2014 gegründet und „möchte Gastronomen, Köche, Mitarbeiter, Erzeuger und Verbraucher sensibilisieren, informieren und motivieren, einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebensstil umzusetzen.“ Wer selber eine nachhaltige Restauration führt, kann sich durch Greentable zertifizieren lassen und wird so Teil eines einzigartigen Netzwerks. Mit dabei sind u.a. Star-Gastronom Billy Wagner (Nobelhart & Schmutzig) aus Berlin und auch Heinz O. Wehmann vom Michelin-Sterne-Restaurant „Landhaus Scherrer“ in Hamburg. Der Greentable-Gründer Matthias Tritsch ist außerdem Erfinder der „Beste-Reste-Box“, eine kompostierbare Food-Box, die übrig Gebliebenes im Restaurant sicher verpackt. So kann das gute Essen später daheim aufgegessen werden.

Nachhaltig arbeiten

Wie eingangs erwähnt, ist Nachhaltigkeit nichts, was von heute auf morgen implementiert werden kann. Sie ist eine Frage der Einstellung und viel mehr als nur ein Trend. Nachhaltigkeit ist auch ein Zugeständnis an gute Qualität und dafür ist es in keiner Branche jemals zu spät.

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