Gute und fachlich kompetente Mitarbeiter für das eigene Unternehmen zu gewinnen, ist heute vor allem in den Branchen Gastronomie und Hotellerie zu einer schwierigen Aufgabe geworden. Die Nachfrage nach fähigen und motivierten Angestellten steigt, und zugleich sinkt die Zahl der Auszubildenden von Jahr zu Jahr. Unternehmen investieren viel Zeit und Geld in das Recruiting von Fachkräften, vergessen aber oft, dass die erste Phase eines neuen Teammitglieds im neuen Job mindestens genauso wichtig ist. Der auch als Onboarding bekannte Prozess sollte daher für jeden Unternehmer und Geschäftsführer höchste Priorität haben. Denn wer von Beginn an gut in ein Team integriert wird, bleibt wahrscheinlich auch länger seiner Arbeitsstelle treu und geht motivierter an die Sache ran. 15 Prozent aller Job-Neuanfänger sollen nämlich am ersten Tag bereits an eine Kündigung denken.

Den Begriff Onboarding kennt man vom Fliegen und von Kreuzfahrtschiffen. Sind alle gut an Bord gekommen? Wurden alle freundlich begrüßt, über die Sicherheitsbestimmungen und internen Verhaltensregeln informiert? Sind alle bereit für die gemeinsame Reise? Nicht ganz unähnlich verhält es sich mit dem Onboarding im Job. Und auch hier sollten das Team und der Geschäftsführer gut vorbereitet sein, wenn jemand Neues dazu kommt.

Die meisten können sich in das folgende Szenario hineinversetzen oder haben es gar selber schon erlebt. Man beginnt den ersten Arbeitstag im neuen Job, fragt nach dem Chef, der aber einen wichtigen Termin hat und gar nicht vor Ort ist. Schon weiß man nicht wohin und irrt verlegen herum, bis am Ende sich glücklicherweise die neuen Kollegen vom Team doch noch finden, jedoch noch gar nichts vom Neuzugang wissen und selber wie immer alle Hände voll zu tun haben.

Kurzum, diese erste Phase entscheidet bei den meisten über eine langfristige Identifikation mit  dem Unternehmen und die intrinsische Motivation für die neue Arbeit. Denn es macht einen großen Unterschied, ob man morgens aufsteht und zur Arbeit geht, weil man ein Team und eine Arbeitsumgebung vorfindet, die einen respektieren und gut integrieren oder weil man einfach nur „muss“. Auch das Verhältnis von Arbeitgeber und Angestellten kann durch ein gut umgesetztes Onboarding positiv gestärkt werden. Vom ersten Tag an.

Schon vor dem ersten Arbeitstag gibt es zahlreiche Dinge, die für einen neuen Mitarbeiter vorbereitet werden sollten. Werte, Leitbilder und Visionen des Unternehmens sollten im Vorfeld kommuniziert werden und auch, dass man sich über den Zuwachs im Team freut. Neben administrativen Angelegenheiten wie Krankenkasse und Kontoverbindungen sollte auch im Vorhinein geklärt werden, wer für welchen Fall der richtige Ansprechpartner ist. Sinnvoll ist auch, im Unternehmen einen Paten/Mentor für den Neuling zu ernennen, der federführend in den ersten Monaten als persönlicher Kontakt und Helfer zur Verfügung steht. Erfahrene Mitarbeiter können so ihr Knowhow und ihre Insights weitergeben, über firmeninterne Prozesse informieren und einen wichtigen Beitrag für die reibungslose Eingliederung neuer Mitarbeiter liefern. Der ggf. benötigte Arbeitsplatz mit vorbereitetem Computer, persönlicher E-Mail, sowie Schlüssel für den Arbeitsplatz etc. sollten ebenfalls vorbereitet werden.

Wer den ersten Arbeitstag mit einer herzlichen Begrüßung und Vorstellung, sowie einem charmanten Geschenk vom Arbeitgeber beginnen darf, wird sich mit hoher Sicherheit willkommener fühlen. Händigen Sie eine persönliche Mappe aus, in der alle wichtigen Informationen zu regelmäßigen Meetings, Arbeitszeitregelung, Krankmeldung aber auch gemeinsamen Freizeitaktivitäten wie Sportgruppen oder ähnlichem zu finden sind. Der Pate führt danach den Mitarbeiter durch das Unternehmen und stellt ihn den anderen Teams und Abteilungen vor. Er fragt in den ersten Wochen auch, ob man gemeinsam Mittagspause machen möchte, so können sich alle besser kennenlernen. Arbeitgeber und Team sollten auf die Balance vom richtigen Ankommen im Unternehmen und adäquater Forderung setzen. Denn Unterforderung und Langeweile sollten gerade bei hochmotivierten und engagierten Neulingen unter keinen Umständen auftreten.

So unterschiedlich Firmenkulturen sein können, so verschieden können auch Onboarding-Prozesse gestaltet werden. Wichtig ist es eine vertrauensvolle, motivierende und persönliche Umgebung zu schaffen. Der wertvolle Mitarbeiter soll das Unternehmen im Idealfall ja viele Jahre begleiten.

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