Nach jahrelangen Debatten wurde 2015 in Deutschland unter dem Motto „Wer Vollzeit arbeitet, soll auch davon leben können“ der Mindestlohn eingeführt.

Vorrangiges Ziel war die Sicherung eines Einkommens, mit dem Arbeitnehmer bei Vollzeitbeschäftigung ihre Lebenshaltungskosten (Miete, Lebensmittel, Kleidung, Strom, Versicherungen etc.) finanzieren können. So sollte auch Menschen in weniger gut bezahlten Job ein Existenzminimum garantiert werden, ohne dass eine Aufstockung durch Hartz IV nötig ist.

Um der allgemeinen Preisentwicklung zu entsprechen, wird die genaue Höhe des Mindestlohns alle zwei Jahre von einem unabhängigen Gremium, der sogenannten Mindestlohnkommission, neu bewertet und gegebenenfalls angepasst. Nach seiner Einführung erfolgte in diesem Jahr die erste Erhöhung. Startete der gesetzliche Mindestlohn 2015 mit 8,50 Euro pro Stunde, so wurde er in 2017 auf 8,84 Euro festgesetzt. Bei diesem Lohn kommt ein Arbeitnehmer bei einer 38-Stunden-Woche auf ein Monatsgehalt von rund 1.450 Euro. Allerdings gilt er noch nicht für alle Branchen und Berufe. So gibt es zur Zeit beispielsweise für Saisonarbeiter (nicht mehr als 70 Tage Arbeit im Jahr), Zeitungszusteller und Praktikanten Sonderregelungen.

 

Auswirkungen des Mindestlohns

Das Hotel und Gastronomiegewerbe ist wie übrige Betriebe aus dem Dienstleistungssektor vom Mindestlohn betroffen. Zum einen beinhaltet er die beschriebene Festlegung einer Mindesthöhe der zu zahlenden Leistungen für alle Mitarbeiter im Betrieb – vom Servicepersonal, Köchen und Empfangsmitarbeitern bis hin zu Aushilfen. Darüber hinaus enthält er zahlreiche gesetzliche Regelungen zur Aufzeichnungspflicht (Arbeitszeiterfassung) von Arbeitszeiten Ihrer Beschäftigten. Das Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns hält die Aufgaben in §17 (MiLoG §17) eindeutig fest: Demnach müssen seit dem 01.01.2015 folgende Daten per Mitarbeiter aufgezeichnet und dokumentiert werden:

  • sämtliche geleisteten Stunden
  • Beginn und Ende der Arbeitszeit
  • die Dauer der Schicht

Pausenzeiten gehören dabei nicht zur Arbeitszeit und müssen deshalb herausgerechnet werden. Die Arbeitszeit muss innerhalb einer Woche erfasst und bis zu 2 Jahre durch die Behörde einsehbar sein.

Eine besondere Problematik tritt bei Minijobbern auf, denn bei ihnen wirkt sich die Einführung des Mindestlohns direkt auf die maximal zulässige Arbeitszeit aus. Bei einem monatlich auf 450 Euro begrenzten Einkommen und dem Stundenlohn von 8,84 Euro dürfen sie nicht mehr als 50 Stunden im Monat arbeiten, um nicht ungewollt sozialversicherungspflichtig zu werden. Bereits bei 51 Stunden monatlicher Arbeitszeit ist diese Grenze überschritten, da sich daraus ein Monatslohn von 450,84 Euro ergeben würde. Bei Minijobbern auf 450 Euro-Basis, wie es sie besonders in der Gastronomie, in Restaurants und Cafés sehr häufig gibt, ist die Zeiterfassung deshalb besonders präzise zu gestalten.

Unterschriften der Mitarbeiter sind nicht nötig

Entgegen anders lautender Gerüchte ändert sich an dem Beschäftigungsverhältnis ansonsten nichts. So sind die Protokolle über die Zeiterfassung nicht von den Beschäftigten (und auch nicht vom Arbeitgeber) zu unterzeichnen. Auch an den Pausen- oder Urlaubsregelungen oder an der Vereinbarung von zusätzlichen Gehaltsbestandteilen ändert das Gesetz nichts. Hier bleibt alles, wie es war, beziehungsweise wie es zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten individuell ausgehandelt wurde.

Da Behörden die Einhaltung des Mindestlohn intensiv kontrollieren, muss sichergestellt sein, dass dieser und die damit verbundenen Anforderungen genauesten eingehalten werden. Ansonsten droht bei Verstoß die Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen und eine beträchtliche Geldbuße von bis zu 500.000 Euro.

Für die Betriebe gilt zudem eine Aufbewahrungspflicht der Protokolle von zwei Jahren, wobei die Berichte auf Verlangen der Behörde am Ort der Beschäftigung jederzeit bereitgehalten werden müssen. Dies hat, wie die Mindestlohn-Regelung insgesamt, für die betroffenen Betriebe einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand zur Folge.

 

System zur präzisen Arbeitszeiterfassung

Gastronomie und auch Hotellerie sind von zahlreichen Besonderheiten geprägt, welche die Arbeitszeiterfassung Ihrer Beschäftigten erschweren. Dies liegt vor allem an den vielen unterschiedlichen Schicht- und Arbeitsmodellen der diversen Teams in Küche, Service oder Empfang. Angesichts der Unübersichtlichkeit bei den Arbeitszeiten in einem Restaurant, Café oder Hotel ist es für Personalverantwortliche außerordentlich wichtig, diesen Prozess möglichst weitgehend zu automatisieren, um Zeit und Mühe zu sparen und vor allem einen vollständigen Überblick zu behalten. Deswegen ist die Investition in eine effektive Software zur Arbeitszeiterfassung sinnvoll.

Mit Planday lassen sich die Arbeitszeiten all Ihrer Mitarbeiter zeitgenau protokollieren. Die auf diese Weise erfassten Einsatzzeiten werden für Sie online übersichtlich aufgelistet und können dort von Ihnen korrigiert und bestätigt werden.

Daneben ermöglicht Ihnen die detaillierte der Arbeitszeiterfassung eine effektive Auswertung der Lohn- und Gehaltsdaten, die Sie als Basis zur Ermittlung des wirtschaftlichen Erfolgs Ihres Unternehmens nutzen können. Selbstverständlich ist bei Planday das Thema Mindestlohn und die damit verbundenen gesetzlichen Regelungen zur Dokumentation der Zeiterfassung vollständig berücksichtigt. Das System erfüllt sämtliche Kriterien und gewährt Personalverantwortlichen einen idealen Überblick über alle relevanten Daten zu den Beschäftigten. Somit erhalten Sie mit Plandays Software die nötigen Voraussetzungen, um sämtliche mit dem Mindestlohn einhergehenden bürokratischen Stolpersteine mühelos zu bewältigen und den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.

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