Es klingt nach einem verlockenden Angebot: Warum nicht die gesamte Online-Präsenz auf der Plattform konzentrieren, wo sowieso ständig alle aktiv sind? Von gebündelten Ressourcen, größerer Effizienz und vor allem einer einheitlichen Kommunikation in Richtung der Kunden profitieren? Doch wie so oft im Internet gilt auch hier: Es ist kompliziert.

Erinnern Sie sich noch an MySpace? Als das Soziale Netzwerk in den Nuller-Jahren Fahrt aufnahm, veränderte sich das Nutzungsverhalten im Internet radikal. E-Mails wurden uncool, stattdessen schickte man sich auf der Plattform Nachrichten – schnell und unverbindlich. Die eigene Homepage geriet oft genug in Vergessenheit, Priorität hatte das stetig aktualisierte Profil. Dann kam Facebook. Und MySpace wurde zur Geisterstadt.

Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, dass es nie eine gute Idee ist, die digitalen Aktivitäten des eigenen Unternehmens auf nur eine Plattform zu konzentrieren. Services und Online-Angebote kommen und gehen – Unternehmen bleiben. Aber das ist nur ein Grund dafür, warum man nicht ausschließlich auf Facebook setzen sollte. Das Soziale Netzwerk ist privatwirtschaftlich organisiert – Kunden sind den Entscheidungen des Anbieters ausgeliefert, und zwar schutzlos: mitgehangen, mitgefangen. Da hilft auch keine Datenschutz-Grundverordnung.

Denn bei Facebook treffen in der Regel Algorithmen die Entscheidungen. Das betrifft nicht nur die Auffindbarkeit der Seite im Like-Dschungel des Netzwerks. Auch was dort zu sehen ist, wird kontinuierlich von Künstlicher Intelligenz beobachtet, analysiert und bewertet. Da können Inhalte schnell gelöscht und ganze Seiten gesperrt werden. Und dann ist sie futsch, die „Webseite“. Offen, geschlossen, neue Karte, tolle Events? Nichts Genaues weiß der Gast nicht.

Die Digitalstrategie eines Unternehmens sollte immer darauf ausgelegt sein, die Kunden dort abzuholen, wo sie aktiv sind. Dazu gehören auch die für das entsprechende Geschäft relevanten Sozialen Netzwerke: Facebook kann genauso wichtig wie Instagram und Twitter sein. Die eigene Webseite spielt dabei aber eine tragende Rolle. Hier ist man selbst Herr im Haus. Hier kann man das eigene Unternehmen so darstellen, wie man es möchte. Hier gelten die eigenen Regeln – Layout, Interface, die Einbindungen anderer Services, längere und informative Texte. Inhalte, die übrigens auch diejenigen erreichen, die nicht in Sozialen Netzwerken aktiv sind.

Mit anderen Worten: All das, was in den Sozialen Netzwerken nicht funktioniert bzw. nicht nachgefragt wird, kann hier so umgesetzt werden, wie man es möchte. Die Schärfung des Unternehmensprofils gehört nicht in die Hand von Algorithmen. Hier die notwendige Zeit zu investieren, lohnt sich und zahlt sich aus. À propos Zeit: Das Internet ist ein schnelles Geschäft. Wer sich dazu entscheidet, mit seinen Kunden auf diese Art in Kontakt zu treten, muss vor allem darauf achten, mit ihnen auch in Kontakt zu bleiben. Die eigene Webseite, ein Facebook-Profil, ein Twitter-Account oder ein Instagram-Konto: Kanäle, die nicht bespielt werden,  werden schnell zu Geisterstädten. Und so ein „MySpace 2.0“ ist keine attraktive Visitenkarte im Portfolio.

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