Die Ankündigung der Bundesregierung, im November zu einem ‘Lockdown Light’ zurückzukehren, hat sich für viele Gastronomen wie ein Schlag ins Gesicht angefühlt. Nach monatelanger Entwicklung von ausgefeilten Hygienemaßnahmen und neuen Gästekonzepten, wird die Gastronomie nun trotzdem mit einer weiteren Schließung bestraft. Die erneuten Einschnitte treffen die Branche hart und stellen viele vor Existenzangst. Lesen Sie hier, was Sie jetzt tun können, um durch die nächsten vier Wochen zu kommen. 

In unserem Webinar zum #RestartGastro im Sommer war man noch positiv und blickte optimistisch in die Zukunft: damals freute man sich über die Möglichkeit, endlich wieder den Betrieb öffnen und Gäste bei sich zu begrüßen zu können. Ein paar Monate später ist nun ein weiterer weitgreifender Lockdown nötig, um auf die zweite Welle von Corona-Infektionen zu reagieren. Für viele fühlt sich dies an, als würde ihnen das Licht am Ende des Tunnels genommen werden.

Doch schon im Sommer warnten Julia Butz und Lena Weibel, die Expertinnen von der gastgeber akademie: “Survival of the fittest – der Anpassungsfähigste gewinnt.” Und heute, in der neuen Situation des ‘Lockdown Light’ ist das wahrer als jemals zuvor. Nur wer eine nachhaltige und langfristige Corona-Strategie hat und von Tag zu Tag flexibel reagieren kann, kann nun gut mit der neuen Situation umgehen. Die Dauer der Krise ist für uns alle immer noch nicht abschätzbar – und die Dauer dieses zweiten Lockdowns leider auch nicht.

Im Folgenden finden Sie daher eine kurze Liste von Maßnahmen, die sie jetzt ergreifen können. Oberstes Ziel sollte es dabei aktuell sein, Liquidität zu bewahren und sich Ihren Cashflow zu sichern. Nur mit Strategien, die wirtschaftlich sind und Kosten kontrollieren, können Sie die kommenden Monate überstehen.

Staatliche Unterstützung beantragen

Damit die Liquidität von Betrieben auch während dem zweiten Lockdown gesichert ist, stellt der Bund umfassende Fördermittel für Hotellerie und Gastronomie bereit. Einen ausführlichen Überblick finden Sie hier. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Möglichkeiten vor.

Außerordentliche Wirtschaftshilfe

Die außerordentliche Wirtschaftshilfe wurde vom Bund als einmalige Kostenpauschale während des ‘Lockdown Light’ im November 2020 zugesichert, für diejenigen Betriebe, die von temporären Schließungen betroffen sind. Insgesamt stehen hier bis zu 10 Milliarden Euro bereit. Der Erstattungsbetrag beläuft sich für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitenden auf 75% des durschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019. Bei jüngeren Unternehmen gilt der Umsatz von Oktober 2020 als Maßstab. Für größere Unternehmen gibt es angepasste Prozentsätze. Die Wirtschaftshilfe wird weiterhin mit anderen staatlichen Leistungen verrechnet, darunter z.B. Kurzarbeitergeld oder Überbrückungsgeld. Mehr Informationen finden Sie hier.


Staatliche Überbrückungshilfe

Die Überbrückungshilfe ist ein Zuschuss zur Deckung von Fixkosten für besonders betroffene Branchen, wie dem Hotel- und Gastronomiegewerbe. Aufgrund des erneuten Lockdowns wird die Überbrückungshilfe nun fortgeführt und erweitert. Von September bis Dezember 2020 können Sie die Überbrückungshilfe II erhalten, von Januar bis Juni 2021 die Überbrückungshilfe III. Der Fixkostenzuschuss wird dabei auf Grundlage Ihres individuellen Umsatzrückgangs im Vergleich zum Vorjahr berechnet. Je nach Höhe der Fixkosten können Betriebe für die 4 Monate des Jahres 2020 bis zu 20.000€ an Förderung erhalten. Anträge können ab sofort und bis zum 31.12.2020 über folgende Plattform gestellt werden.

Anpassung der Einkommens- und Körperschaftssteuer

Weiterhin gilt: Sie können beim Finanzamt einen Antrag auf Anpassung und Erstattung der Einkommens- und Körperschaftssteuer stellen. Sie können weiterhin eine Erstattung der Gewerbesteuer-Vorauszahlung erhalten. Grundlage hierfür ist ein pauschal ermittelter Verlust für das Jahr 2020.

KfW-Schnellkredite

Die KfW-Schnellkredite stehen nun auch Betrieben mit bis zu 10 Mitarbeitenden offen, und sind komplett durch Bundesgarantie abgesichert. Dies soll den Banken die Kreditzusage erleichtern, und die Schnellkredite so einfacher zugänglich machen, da keine Kreditrisikoprüfung mehr nötig ist. Das Kreditvolumen hängt von der Größe des Betriebs ab. Betriebe können bis zu maximal 25 % des Gesamtumsatzes 2019 erhalten, jedoch maximal 300.000 Euro bei bis zu 10 Mitarbeitenden, 500.000 Euro bei bis zu 50 Mitarbeitenden und maximal 800.000 Euro ab einer Beschäftigtenzahl über 50. Mehr Informationen zum Schnellkredit finden Sie auf folgender Seite der KfW.

Welche Hilfsmaßnahme für Sie und Ihren individuellen Betrieb am sinnvollsten ist, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater, Rechtsanwalt oder beratenden Experten besprechen. Alle Informationen über staatliche Unterstützung und den Corona-Schutzschild für Deutschland finden Sie auch noch einmal zusammengefasst hier. Auch der DEHOGA-Bundesverband steht beratend zur Seite und trägt relevante Informationen für Sie zusammen.


Neue Wege finden

Neben der Beantragung von staatlichen Hilfsmitteln sollte es oberste Priorität haben, neue Umsatzkanäle zu erforschen und so neue Verkaufsmöglichkeiten zu ermöglichen.

Auch im ‘Lockdown Light’ wird die Gastronomie als Erlebnis vermisst werden. Nutzen Sie dies für Ihren Betrieb aus: bieten Sie Ihre Gerichte als Kochboxen oder Kochkurse über Video-Call an. In unserem Webinar sagten Julia Butz und Lena Weibel von der gastgeber akademie: “Gastronomie-Momente sind mehr wert denn je zuvor.” Bringen Sie Ihren Gästen diese Momente nach Hause. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Einer unserer Kunden, das Birdie & Co Deli in Düsseldorf, hat während dem ersten Lockdown 4 verschiedene Absatzkanäle bedient: 1. den klassischen Takeaway-Business, 2. Delivery, 3. einen Onlineshop mit hausgemachten, haltbaren Produkten sowie ein 4. Catering für Feiertage und Geburtstage. Generell gilt: überlegen Sie sich, welche Vertriebswege zu Ihrem Restaurant/Bar/Café-Konzept passen. Und haben Sie keine Angst davor, etwas Neues auszuprobieren und kreativ zu werden. Wenn sie kein klassisches Takeaway-Food anbieten, versuchen Sie Ihren Gästen das Ambiente und Feeling Ihres Restaurants auf anderen Wegen nach Hause zu bringen. Wenn Sie normalerweise das Mittagessen für gestresste Business-Leute anbieten, überlegen Sie sich Wege, diese auch im Home-Office zu erreichen, z.B. über flexible Lieferung oder Ready-to-go Meals.

Nur mit Mut zu Neuem statt Resignation können Sie sich jetzt Umsätze sichern und mit Ihren Gästen in Kontakt bleiben. Und wenn Sie einmal die nötige Infrastruktur aufgebaut haben, können Sie so Ihren Betrieb auf mehreren Standbeinen ausrichten und auch flexibel auf diese zurückgreifen, sollte ein weiterer Lockdown in 2021 drohen.

Fit für die Zukunft

Es ist an der Zeit, Ihre Krisenfähigkeit erneut unter Beweis zu stellen. Als Unternehmer sollten sie zwei wichtige Dinge im Blick behalten, um sich optimal auf das Wieder-Eröffnen vorzubereiten.

Teamgeist stärken

Investieren Sie in Ihr Team – dieses braucht sie jetzt, um Positivität zu bewahren. Seien Sie transparent und halten Sie den Kontakt zu Ihren Angestellten aufrecht, damit jeder weiß, woran er ist. Nur wenn Sie sich gut um Ihr Personal kümmern, können Sie sich auf Ihre Mitarbeitenden verlassen, sobald Sie Ihren Betrieb wieder öffnen.

Nutzen Sie die kommende Zeit

Der Restaurant-Alltag kann für Sie als Manager mehr als stressig sein. Nutzen Sie den kommenden Monat, um in Ruhe und überlegt auf die aktuelle Situation zu reagieren. Jetzt ist nicht die Zeit für blinden Aktivismus, aber auch nicht die Zeit für Untätigkeit. Besinnen Sie sich auf Ihre Strategie für den Rest des Jahres und darüber hinaus.

Dies kann zum Beispiel bedeuten, in neue Hygienekonzepte und -Ausrüstung zu investieren. Es kann auch heißen, die Zeit zu nutzen, um sich mit digitalen Tools für Ihren Betrieb auseinanderzusetzen. Onlineshops, Buchungssysteme, Delivery-Systeme, digitale Kassensysteme oder Warensysteme sowie intuitive Dienstplanungssoftware kann Ihnen helfen, Ihren Betrieb zu optimieren und Kosten zu kontrollieren. So stellen Sie sich bestmöglich auf, um profitabel wieder zu öffnen, sobald es an der Zeit ist.

Egal, was Sie diesen Monat tun: es sollte Sie besser auf die Zeit nach dem Second Lockdown vorzubereiten, damit Sie diese richtig für sich nutzen können.
Mindset

Wir wissen, dass die aktuelle Zeit hart ist. Anstatt jedoch Zeit und Energie in das Beklagen der Situation zu investieren, sollten Sie aktiv darüber nachdenken, wie sie als Gewinner aus dieser (erneuten) Krise hervorgehen. Sie können an der Corona-Situation und den aktuellen Infektionszahlen leider wenig ändern, außer sich vorbildlich zu verhalten und den Anweisungen der Regierung und der Experten folgen.

Ganz wichtig ist daher: Behalten Sie für sich selbst und Ihr Team ein positives Mindset, soweit das möglich ist. Halten Sie durch. Sie können selbst entscheiden, wie Sie die aktuelle Herausforderung angehen. Wenn Sie Ihre aktuelle Komfortzone hinter sich lassen und Resignation als Reaktion ausschließen, können Sie Ihre Energie stattdessen in neue Möglichkeiten für Ihren Betrieb stecken.

Wir wissen, dass dies für viele Gastronomen eine besorgniserregende und schwierige Zeit ist. Wir sind gerne bereit, Sie zu unterstützen und können Ihnen helfen, die Dienstplanung und Kommunikation in Ihrem Team so zu optimieren, dass Sie flexibel auf spontane Änderungen und neue Situationen reagieren können. Wenn dies für Sie interessant ist, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren – wir sind jederzeit gerne für Sie da.

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Ihr Planday Team.

Cover photo by Caner Cankisi from Pexels

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