Seit etwa fünf Jahren steigt die Geburtenrate in Deutschland und lässt Medien bereits von einem Babyboom sprechen.

Für die Gastronomie bedeutet der demographische Wandel auch das Einstellen auf eine wachsende, immer relevanter werdende Zielgruppe: Familien mit Kleinkindern.

Dass 45% Prozent aller Eltern bei einer Umfrage von Bookatable by Michelin angaben, sich bei einem Restaurantbesuch mit ihren Kindern nicht wohlzufühlen, zeigt, dass die Kinder- und Familienfreundlichkeit in der Gastronomie noch ordentlich Luft nach oben hat. Deshalb hier ein paar Anstöße.

Wie Sie Ihre Gastronomie kinderfreundlicher gestalten

Kinderfreundliches Personal 

Der erste Schritt scheint recht einfach. Denn oberste Priorität bei einem Café- oder Restaurantbesuch hat für Eltern laut Umfrage kinderfreundliches Personal. Dabei geht es nicht darum, ein Pädagogikstudium absolviert zu haben. Schon allein das Ausbleiben eines versteckten Mit-den-Augen-rollen, wenn Familien das Lokal betreten, kann helfen. Wird dann noch bei der Auswahl eines passenden Sitzplatzes sowie ggf. beim Arrangieren eines Hochstuhls geholfen, ist der Grundstein für den ersten, positiven Eindruck gelegt.

Ausstattung

Das Nonplusultra ist für die Befragten das Malbuch mit Stiften, um die Zeit bis zum Essen und auch danach zu überbrücken. Auf Platz zwei stehen Hochstühle, welche 56% der Eltern als Entscheidungskriterium bei der Auswahl eines Restaurants sehen.

40% finden eine Spielecke wichtig. Platz für den Kinderwagen, Wickelmöglichkeiten, einen Spielplatz und nette Gäste, die nicht genervt auf Kinder reagieren, sind ebenfalls ein relevanter Faktor.

Kindergeschirr und -besteck werden in der Auswertung der Umfrage nicht erwähnt, können aber trotzdem ein nettes Signal an Familien sein, dass sie im Restaurant herzlich willkommen sind.

Angebot

Pumuckl, Biene Maja und Pinocchio – vermutlich können sich viele selbst noch an die Namen von Kindergerichten erinnern oder entdecken sie auch heute immer mal wieder auf den Speisekarten. Das Angebot von speziellen Kindergerichten ist für 60% aller Eltern ein wichtiges Kriterium beim Essengehen. Gibt es solche speziellen Kinderteller nicht, ist zumindest die Flexibilität, auf entsprechende Wünsche reagieren und beispielsweise Nudeln mit Soße oder Kartoffeln mit Gemüse ohne Probleme außer der Reihe servieren zu können, ein großes Plus.

Eine Alternative ist auch der sogenannte „Räuberteller“ – ein leerer Teller, der mit der Bestellung der Erwachsenen kommt und auf dem für die Kleinen etwas Beilagen und Gemüse von den Großen „abgezwackt“ werden kann.

Auch Länderküchen sind ein Thema der Umfrage: Demnach ist für die Hälfte der Eltern – na klar – der Italiener auf dem ersten Platz. Pasta und Pizza sind bei Kindern eben unschlagbar. Auch bei Restaurants, die keinen italienischen Fokus haben, können diese Gerichte also beim Erstellen einer Kinderkarte berücksichtigt werden. Außerdem nach Platzierung beliebt: Essen aus der jeweiligen Region, asiatische, griechische und spanische Lokale.

Philipp Hahn von Bookatable by Michelin fasst das Ergebnis der Umfrage so zusammen: „Essen gehen mit Kindern gehört zu unserem Alltag. Zu einem kinderfreundlichen Service gehören deshalb eine Kinderkarte mit ausgewogenen Zutaten und Gerichten, Malbücher und ausreichend Hochstühle. So wird der Restaurantbesuch auch für die Kleinsten zu einem positiven Erlebnis.“

Um den Restaurantbesuch für die Kleinen zu perfektionieren, braucht es nur noch ein kleines Goodie zum Schluss. Denn jeder erinnert sich doch daran, wie sehr er selbst sich als Kind über den Lollie am Ende eines Restaurantbesuchs gefreut hat…

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