Nachdem die Generation Y (oder auch Millennials) von den Medien über lange Zeit unter die Lupe genommen, analysiert und kritisiert worden ist, bleibt die Frage: Was bzw. wer kommt eigentlich danach?

Was zeichnet die nächste Generation – Generation Z – aus? Was bewegt junge Menschen, die zwischen 1996 und 2012 geboren sind? Was ist ihnen wichtig und was egal, wovon träumen sie und was verabscheuen sie? Wie wollen sie leben, gestalten und arbeiten? Fragen, deren Antworten nicht nur für die Gesellschaft im Allgemeinen, sondern auch für die Gastronomie im Speziellen interessant sind.

Stand bisher im Fokus, wie Millennials die Gastronomie beeinflussen, rücken nun ihre Nachfolger ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Wie können Sie die Generation Z als Gast und als potentielles Teammitglied erreichen? Und was ist den „Neuen“ vor und hinter der Theke wichtig?

Generation Z als Gast

Markenbewusstsein

Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung A.T. Kearney vertraut die Generation Z nicht mehr auf große Marken, sondern entscheidet sich lieber für das Produkt einer kleinen, bestenfalls sogar regionalen Marke. Statt Coca Cola wird also lieber fritz kola, statt Radeberger lieber ein lokal gebrautes (Craft-) Bier getrunken. Bei der Gestaltung der Karte sowie Deals mit Lieferanten sollte dieser Trend also berücksichtigt werden.

Gesundheitsbewusstsein

Die neue Generation legt mindestens genauso viel Wert auf gesunde Ernährung wie ihre Vorgänger. Die großen Fast-Food-Riesen werden immer irrelevanter. Der frische (gegebenenfalls vegane) Bio-Burger vom unabhängigen Laden im Kiez ist wesentlich interessanter – auch wenn er etwas mehr kostet. Dabei wird die Generation Z sicher noch einige ganz neue Food-Trends hervorbringen. Es gilt also, Augen und Ohren offenzuhalten, um sich rechtzeitig auf neue Entwicklungen einstellen zu können.

Bewusstsein für Nachhaltigkeit

Regional, saisonal, umweltverträglich, Zero Waste – aufgewachsen mit Diskussionen und spürbaren Auswirkungen rund um den Klimawandel weiß die Generation Z sehr genau, wie sie auch in ihrem Essverhalten aktivistisch werden kann. Lokale mit speziellen Konzepten, die dem Klimawandel entgegenwirken oder Verschwendung vermeiden, werden bei der Auswahl also Vorrang haben.

Social-Media-Verhalten

Generation Z ist mit digitalen Devices aufgewachsen und scheut sich nicht davor, sie einzusetzen. Das Essen wird immer erst für Instagram und Co. in Szene gesetzt, bevor zugeschlagen wird. Der Vorteil für Gastronomen: Durch Tags, Links und Nennungen entsteht so kostenlose Werbung für das Lokal. Es kann also nicht schaden, zu akzeptieren, dass immer erst zur Kamera statt zur Gabel gegriffen wird. Eine entsprechende Inszenierung von Gerichten, Drinks und Einrichtung kann die Motivation zur Streuung in Social Media anheizen. Beispiel: Eine besonders fotogene Selfie-Wand (wie sie einige Restaurants bereits haben), die Gäste dazu animiert, ein Foto von sich im Restaurant zu schießen und dieses mit entsprechenden Links sowie Tags zu versehen, und Ihnen so Aufmerksamkeit und Reichweite zu verschaffen.

Online Einfluss

54% der jungen Leute, die der Generation Z angehören, lassen sich laut einer Umfrage in ihren Entscheidungen von Influencern beeinflussen. Es kann für Gastronomen also interessant sein, über entsprechende Kooperationen nachzudenken und Influencer so zu einem relevanten Marketing-Tool zu machen.

Auch Bewertungsplattformen werden als Grundlage für die Entscheidung für oder gegen ein Restaurant genutzt. Sie sollten also aktiv schauen, was über Ihr Lokal geschrieben wird. Positive Bewertungen sind natürlich das A und O. Aber auch schlechte Bewertungen können Sie für den Erfolg Ihres Restaurants nutzen.

Digitale Jugend

Auswahl des Lokals, Reservierung, Anfahrt, Bezahlung – die Generation Z ist im Zeitalter der Digitalisierung aufgewachsen und managt beinahe das ganze Leben mit Apps, Gadgets und Widgets. Sie sollten also entsprechende Angebote – sei es die Möglichkeit zur Online-Reservierung, -Bestellung oder -Bezahlung – parat haben.

Generation Z als Arbeitnehmer

Weniger Konkurrenz, mehr Auswahl

Diese Generation ist kleiner als ihr Vorgänger. Heißt also: In der Arbeitswelt ist die Konkurrenz geringer und die Auswahl daher größer. Die Herausforderungen bei der Personalsuche werden also wachsen.

Arbeit als Notwendigkeit und nur unter entsprechenden Bedingungen

Generation Z arbeitet, um zu leben und nicht umgekehrt. Während Selbstverwirklichung keine allzu große Rolle mehr spielt wie noch in der Generation Y, rücken nun klare Arbeitszeiten, ein pünktlicher Feierabend und null Überstunden in den Fokus. Voraussetzungen, die in der Gastronomie mitunter schwer zu erfüllen sind. Das starke Bedürfnis nach attraktiven Arbeitsbedingungen könnte es der Branche in Zukunft noch schwerer machen, Personal zu finden.

Mitarbeiter als Marketingexperten

Auch wenn Sie einen Mitarbeiter der Generation Z im Service oder in der Küche einsetzen, kann das Wissen über den Umgang mit Online-Medien und Social Media von Nutzen für Ihr Unternehmen sein. Scheuen Sie sich also nicht, Ihre jungen Mitarbeiter diesbezüglich um Unterstützung zu bitten. Berufsbilder verschwimmen so zwar leicht. Experten auf der eigenen Seite zu haben kann trotzdem eine enorme Hilfe sein.

Digital Natives und ihre Gewohnheiten

Die Generation Z ist es gewohnt, ihren kompletten (Arbeits-)Alltag digital zu planen – am Smartphone, per App. Handgeschriebene Listen, analoge Terminkalender, haptische Ordner zur Archivierung von Dokumenten? Sehr nostalgisch! Passen Sie also die Organisation und Planung auf diese Gewohnheiten an, um nicht den Eindruck zu erzeugen, Ihr Unternehmen sei etwas eingestaubt. Übrigens nicht nur Generation Z wird das zu schätzen wissen. Auch Sie werden merken, wie viel effizienter digitale Lösungen sein können. Mit Planday können Sie es ja direkt mal testen.

Wie am Anfang schon erwähnt: Die neue Generation wird nicht nur unsere Gesellschaft verändern, sondern auch die Branche. An und für sich ist das nichts Neues, denn neue Entwicklungen haben schon immer zu neuen Bedürfnissen und Angeboten geführt. Wichtig ist nur, Trends wie diese im Auge zu behalten, um rechtzeitig reagieren zu können und auch für neue Generationen (und Zielgruppen) attraktiv zu bleiben – vor und hinter der Theke.

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