Damit sich der Gast wohl fühlt und zufrieden nach Hause geht, wird im Hintergrund leidenschaftlich und hart gearbeitet. Ob in der Küche, im Service oder bei der Planung: Entscheidungen werden oft im Minutentakt gefällt. Kein Wunder, dass es so zu Missverständnissen und Irritationen innerhalb des Teams kommen kann. Aber auch, wenn die Zeit knapp und die To-Do-Liste lang ist: Konflikte müssen proaktiv gelöst, noch besser aber von vornherein vermieden werden. Dabei ist vor allem die Führungsriege gefragt.

1.) Achtsamkeit

Oft genug ist es gar nicht einfach, bestehende Konflikte überhaupt zu bemerken. Die Digitalisierung hat in vielen Betrieben längst Einzug gehalten und zu mehr Eigenverantwortung innerhalb der einzelnen Abteilungen und bei den Mitarbeitern geführt. In einem modernen Unternehmen wird nicht mehr alles zentral entschieden und kontrolliert. Die Folge: Das große Ganze – in diesem Fall das Zwischenmenschliche – kann aus dem Blickfeld geraten. Und wenn sich die Anzeichen häufen, dass etwas nicht stimmt, ist es oft schon zu spät. Dazu zählen ein ungewöhnlich hoher Krankenstand, Beschwerden von Gästen, die verstärkte Abwanderung von Mitarbeitern und gravierende Fehler, die selbst dann noch auffallen, wenn die unterschiedlichen Teams eigenverantwortlich arbeiten, also Auswirkungen für den gesamten Betrieb haben. Seien Sie achtsam. Gehen Sie auf die Mitarbeiter zu und fragen nach. Ist alles in Ordnung oder stimmt etwas nicht? Je früher Sie den Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen und Ihre Unterstützung signalisieren, desto schneller lösen sich schwelende Konflikte in Wohlgefallen auf.

2.) Transparenz

Sie fällen Entscheidung im Interesse des Unternehmens. Doch der Betrieb kann nur erfolgreich laufen, wenn die Mitarbeiter die Strategie unterstützen und im besten Fall für ihre Arbeitsbereiche fein justieren. Damit es dazu überhaupt kommen kann, ist es besonders wichtig, dass die Beweggründe klar und deutlich kommuniziert werden. Entscheidungen können erst dann mitgetragen und umgesetzt werden, wenn sie verstanden wurden. Seien Sie transparent. Scheuen Sie sich nicht davor, Ihre Motivation zu erklären und dabei auch die betriebliche Situation einzubeziehen, z.B. die generelle Stimmung in der Branche oder die Mitbewerber im Viertel oder der Stadt. Inklusion und Partizipation führt zu Wertschätzung und mehr Motivation.

3.) Offenheit

Ist ein Konflikt zwischen Mitarbeitern oder Abteilungen bereits ausgebrochen, ist lösungsorientiertes Krisenmanagement gefragt. Dabei ist es besonders wichtig, sich die unterschiedlichen Positionen zunächst anzuhören und keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen. Ganz egal, um was für eine Auseinandersetzung es sich konkret handelt und welche Meinung Sie dazu haben: Eine unvoreingenommene Bewertung der einzelnen Standpunkte lohnt sich und kann sich sogar als ausgesprochen fruchtbar erweisen. Seien Sie offen. Hören Sie den Konfliktparteien zu, analysieren Sie die Situation und stellen dabei Ihre eigene Haltung nicht über die Ihrer Mitarbeiter. Reibung erzeugt Energie. Es ist Ihre Aufgabe, diese ergebnisorientiert zu nutzen.

4.) Zeit

Probleme lassen sich nicht immer schnell in den Griff bekommen. Das alte Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“ kommt nicht von ungefähr. Gerade wenn Konflikte grundlegenderer Natur sind, kann man eine Lösung oft weder erzwingen noch forcieren. Auch wenn Sie sich eigentlich viel lieber um vermeintlich wichtigere Dinge kümmern wollen oder vielleicht sogar müssen: Konfliktlösung erfordert Engagement auf allen Seiten. Nehmen Sie sich Zeit. Sobald Sie spüren, dass sich die Auseinandersetzung nicht sofort lösen lässt, setzen Sie den Prozess aus und beraumen einen neuen Termin an. Nutzen Sie den Zeitraum, um Einzelgespräche zu führen und die unterschiedlichen Positionen so noch besser einzuschätzen. Bleiben Sie am Ball und lassen Sie die Kommunikation nicht schleifen – in Ihrem eigenen Interesse. Bleiben Konflikte langfristig ungelöst, schlägt sich das negativ auf Ihr Unternehmen nieder.

5.) Hilfe

Wenn all Ihre Bemühungen zu scheitern drohen, die Konflikte zu tief sitzen oder Sie mit Ihrer Rolle als Vermittler oder Schlichter überfordert sind, gibt es andere Möglichkeiten, das Problem in den Griff zu bekommen. Nehmen Sie Hilfe an. Nutzen Sie die Chance eines Mediators und seines neutralen und gleichzeitig geschulten Blicks von außen. Mit Abstand und unvoreingenommen werden diese Experten versuchen, die Auseinandersetzung aufzulösen.

Ausserdem empfehlen wir Ihnen

Ansgar Jahns von der Staatlichen Gewerbeschule für Ernährung und Gastronomie im Interview

Leticia Garcia

Leticia Garcia

9 Min. zu lesen

Planday bei den GastroTagenWest: Zu Gast in Essen vom 14. bis 16. Oktober 2018

Leticia Garcia

Leticia Garcia

5 Min. zu lesen

Produktübersicht für Oktober

Leticia Garcia

Leticia Garcia

10 Min. zu lesen

Kommentare