Die Fähigkeit zur effektiven Lösung teaminterner Konflikte gehört zu den wichtigsten Führungsqualitäten eines Vorgesetzten. Einen solchen Konflikt sowie seine Ursachen zu erkennen und erfolgreich zu beheben, kann viel zur Reputation des Managers beitragen. Im Gegenzug wirkt sich das Unvermögen zur Lösung derartiger Probleme schnell negativ auf das Ansehen eines Vorgesetzten aus.

Egal wie gut ein Team auch geführt wird, interne Konflikte lassen sich nie gänzlich ausschließen. Wenn Sie aber wissen, wie Sie den vier häufigsten Ursachen erfolgreich begegnen können, wird Ihnen in Zukunft die Konfliktlösung leichter fallen.

Entschärfen Sie persönliche Konflikte

Wie jeder Mensch haben auch die Mitglieder Ihres Teams ihre Stärken und Schwächen, persönliche Meinungen und Eigenschaften, die einen Konflikt heraufbeschwören können. Hinzukommen können politische, religiöse, geschlechtliche oder kulturelle Differenzen, welche für einen Mangel an gegenseitigem Verständnis sorgen können.

Lösen diese Ursachen einen Streit aus, ist es ein schwerwiegender Fehler, sie zu ignorieren oder kleinzuspielen. Denn es besteht die ernste Gefahr, dass der Konflikt eskaliert, bis er die gesamte teaminterne Balance und dessen Erfolg gefährdet.

Bringen Sie die Kontrahenten stattdessen für ein klärendes Gespräch an einen Tisch. Dabei sollten Sie Grundlagen für eine friedliche und zielführende Diskussion festlegen. Lautes Gerede oder gar Geschrei, Unterbrechungen und haltlose Beschuldigungen haben bei diesem Termin nichts verloren. Wenn die Bedingungen von allen verstanden wurden, geben Sie den Beteiligten Gelegenheit, ihre Ansicht und Einschätzung vorzutragen.

Hält sich eine der Parteien nicht an die Regeln, schreiten Sie bestimmt und energisch ein! Deshalb sollten Sie zuvor deutliche gemacht haben, dass so etwas von Ihnen auf keinen Fall toleriert wird. Auch die Androhung von Konsequenzen ist ein guter Weg, den Beteiligten den Ernst Ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Zeigen Sie keine Scheu, ein Fehlverhalten entsprechend zu sanktionieren – bis hin zu Abmahnung oder Kündigung – falls es trotzdem zu einer Missachtung kommt. Nichts ist zerstörerischer für den teaminternen Zusammenhalt, als streitsüchtige Kollegen, die das Betriebsklima dauerhaft vergiften.

Sobald die gegensätzlichen Argumente auf dem Tisch liegen, ist es an Ihnen, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dazu gehört zuerst einmal, dass Sie Grenzen ziehen, damit der Streit nicht weiter eskaliert und im besten Fall geschlichtet wird.

Sprechen Sie die Nichtbeachtung von Regeln frühzeitig an

Wenn die für die Regeln ursächlichen Gründe nicht bekannt sind, kann deren Sinn schnell angezweifelt werden. Wenn also ein Mitarbeiter Ihre Richtlinien dauerhaft missachtet, kann dies an einem grundsätzlichen Unverständnis dem Team, Ihnen oder dem gesamten Unternehmen gegenüber liegen. Es ist aber auch möglich, dass er den Hintergrund der Richtlinie nicht versteht. Handelt es sich um einen ansonsten wertvollen und loyalen Angestellten, dann erklären Sie sie ihm in einem persönlichen Gespräch. Vergessen Sie dabei nicht, ihm bei weiterer Nichtbeachtung die fälligen Konsequenzen klar aufzuzeigen  – und diese auch umzusetzen.

Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, sollten Sie stets alle Mitarbeiter über Sinn und Zweck der von Ihnen aufgestellten Regeln informieren. Allein das kann zu einem besseren Verständnis und der Vermeidung von Konflikten beitragen.

Verringern Sie den teaminternen Wettbewerb

Konkurrenz kann sich sehr beflügelnd auf ein Team auswirken. Die Gewinnung zusätzlicher Energien, Engagement und Ideen sind nur einige der positiven Wirkungen eines gesunden Wettbewerbs.

Jedoch kann besonders die im Erfolgsfall ausgelobte Belohnung ein Auslöser für zu harten internen Konkurrenzdruck sein, der zu Konflikten führt. In dem Fall werden die Kollegen nicht mehr als Mitglieder eines gemeinsamen Teams, sondern nur noch als Konkurrenten wahrgenommen, was die emotionalen Wellen schnell höher schlagen lässt.

Diesem wettbewerbsbedingten Konflikt begegnen Sie am besten, wenn Sie sich klarmachen, dass die negativen Reaktionen – besonders bei leer ausgehenden – Kollegen grundsätzlich verständlich, da völlig normal sind. Machen Sie deshalb nicht den Fehler, die betroffenen Mitarbeiter für ihre Emotionen zu verurteilen. Versuchen Sie lieber, den angestauten Frust in positive Energie umzuwandeln.

Ein noch besserer Weg ist die Vereinbarung individueller anstatt teamübergreifender Ziele. Dies erreichen Sie beispielsweise, indem Sie jeden Mitarbeiter an seiner eigenen Leistung messen und ihn für das Übertreffen mit dem Bonus belohnen.

Verbessern Sie die Kommunikation

Mit einer guten internen Kommunikation steht und fällt der Erfolg Ihres Teams. Ist sie jedoch nicht eindeutig, kann sie zu Missverständnissen führen, was sich schnell zu einem Auslöser von Konflikten entwickelt.

Um dies zu verhindern, wäre ein erster Schritt die teamweite Verabschiedung von Richtlinien zu Rechten und Pflichten in der Zusammenarbeit. Bereits die allgemeine Zustimmung dazu stärkt den Zusammenhalt und verbessert die Kommunikation.

Auch eine Mitarbeiterschulung in Kommunikationsgrundlagen kann dazu beitragen, die Gefahr von Missverständnissen und Streit zu reduzieren. Hier bieten sich besonders Rollenspiele an, bei denen die Teilnehmer in unterschiedliche Rollen schlüpfen und danach ein Feedback des Coaches wie auch der Kollegen erhalten. Greifen Sie dafür tatsächliche Situationen aus Ihrem Team auf, bei denen die Kommunikation nicht funktioniert hat. Im Spiel wird Ihr Team lernen, beim nächsten Mal besser zu reagieren.

Entwickeln Sie eine teaminterne Lösungsstrategie

Auch ein teaminterner Ansatz kann helfen, Konflikten ihre Schärfe zu nehmen und den Zusammenhalt zu stärken. Der Weg ist relativ einfach und besteht aus den folgenden drei Schritten:

  1. Thematisieren Sie den Konflikt und leiten Sie dessen Lösung ein, indem Sie den Rahmen vorgeben und diesen von allen Beteiligten verabschieden lassen. Verständigen Sie sich darauf, dass das Team Priorität vor Einzelinteressen hat. Machen Sie dem Team klar, dass ich will unbedingt Recht bekommen oder den Konflikt gewinnen keine zielführenden Optionen zur Lösung des Streits sind.
  2. Definieren Sie den Kern des Problems. Alle Beteiligten sollten dazu ihre Einschätzung abgeben, damit sie von den Kollegen nachvollzogen – wenn auch nicht unbedingt verstanden – werden kann. Legen Sie dabei Wert darauf, dass den Ausführungen stets sachlich gefolgt wird und keine Gefühle verletzt werden. Allein das kann schon eine Verbesserung bringen, da den Beteiligten die Argumente offen und ohne zu große Emotionen dargelegt werden.

Überprüfen Sie die gemachten Aussagen auf Ihren Gehalt und legen Sie Wert darauf, dass diese erst dann kritisch besprochen werden, nachdem alle Kontrahenten gehört worden sind.

  1. Kommen Sie als Team zu einer Lösung. Nachdem die für den Konflikt ursächlichen Differenzen und Argumente jedem vor Augen geführt wurden, sollte gemeinsamen entschieden werden, wie mit dem Problem am besten umzugehen ist.

Fazit

Berufsbedingte Konflikte sind nicht nur negativ behaftet, sondern können ein Team auch beflügeln. Es ist die menschliche Reaktion auf derlei kritische Situationen, die verantwortlich dafür ist, ob sich ein leistungsfördernder gruppendynamischer Prozess oder ein handfester Krach daraus entwickelt. Bei der Konfliktlösung sollten Sie die beteiligten Emotionen also stets mitbedenken. Mit Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick sollten Sie die meisten Konfliktherde jedoch erfolgreich beseitigen können, ohne auf all zu drastische disziplinarische Maßnahmen zurückgreifen zu müssen.

Kyra Kuik
Kyra Kuik Head of Content
Kyra is Planday's Head of Content. When she's not busy spinning up blog posts or editing, you can find her with a big cup of coffee, running, or admiring the charming pups of Copenhagen.